Brauner Rasen ist nicht automatisch abgestorben

Bei Trockenheit kann das oberirdische Wachstum eines gut eingewachsenen Rasens braun werden oder zum Stillstand kommen, während die Wurzeln noch leben. Kehrt ausreichend Feuchtigkeit zurück, können neue grüne Blätter austreiben.

Bei bereits geschwächten Flächen oder besonders starker Trockenheit können jedoch auch die Wurzeln Schaden nehmen. Deshalb sollte zunächst beobachtet werden, welche Bereiche sich nach zurückkehrendem Regen erholen und wo die Grasnarbe dünn oder kahl bleibt.

  • Braunfärbung zunächst als mögliche Trockenheitsreaktion einordnen
  • Nicht vorschnell die gesamte Fläche erneuern
  • Erholung nach zurückkehrendem Regen beobachten
  • Verbleibende Lücken später gezielt behandeln

Den Mährhythmus an das Wachstum anpassen

In trocken-heißem Wetter wächst Gras langsamer. Das Pflanzenschutzamt Berlin empfiehlt für trockene Sommermonate größere Abstände zwischen den Schnitten. Als allgemeine Schnittregel soll jeweils nur ungefähr ein Drittel der vorhandenen Grashöhe entfernt werden.

Die Royal Horticultural Society rät ebenfalls zu seltenerem Mähen und einer höheren Schnitteinstellung. Kommt das Wachstum vollständig zum Stillstand, sollte nicht gemäht werden. Kurzes, fein verteiltes Schnittgut kann als Mulch liegen bleiben und die Verdunstung bremsen; größere Halme oder dichte Schnittgutauflagen können das Gras dagegen bedecken und schädigen.

  • Mähtermine am Wachstum statt an einem starren Wochenplan ausrichten
  • Bei Trockenheit seltener und höher mähen
  • Pro Schnitt nur etwa ein Drittel der Grashöhe entfernen
  • Bei Wachstumsstillstand mit dem Mähen pausieren
  • Nur kurzes und fein verteiltes Schnittgut liegen lassen

Bewässerung bewusst entscheiden

Ein gut eingewachsener Rasen muss während einer Trockenperiode nicht zwingend grün gehalten werden. Beide Quellen weisen darauf hin, dass sich etablierte Gräser nach zurückkehrendem Regen häufig regenerieren. Eine vorübergehende Braunfärbung hinzunehmen kann daher Wasser sparen.

Ob und wie häufig bewässert werden muss, hängt nach Angaben des Pflanzenschutzamts Berlin insbesondere von Witterung und Unterboden ab. Sandige Böden trocknen schneller aus. Lehmige Böden speichern Wasser länger, können bei Vernässung aber verdichten und dadurch Wurzeln schädigen. Eingerollte Blätter und Halme, die sich nach Belastung nicht wieder aufrichten, können beginnenden Trockenstress anzeigen.

Wenn eine Bewässerung erforderlich ist, nennt das Berliner Merkblatt als Orientierung 10 bis 15 Liter je Quadratmeter in mehrtägigen Abständen. Das Wasser soll bis in die Wurzelzone gelangen. Früher Morgen oder Nachmittag werden als geeignete Zeiten genannt; eine Beregnung am späten Abend kann bei ohnehin hoher Luftfeuchtigkeit Pilzerkrankungen begünstigen. Mengen und Abstände müssen an Boden, Witterung und tatsächliche Feuchtigkeit angepasst werden.

  • Zuerst prüfen, ob ein eingewachsener Rasen überhaupt bewässert werden muss
  • Bodenart, Witterung und erkennbare Stresszeichen berücksichtigen
  • Bei Bedarf durchdringend statt häufig mit kleinen Mengen wässern
  • 10 bis 15 Liter je Quadratmeter nur als standortabhängige Orientierung verwenden
  • Möglichst am frühen Morgen oder am Nachmittag bewässern

Neuer Rasen benötigt während des Anwachsens Wasser

Neu angelegte Flächen sind nicht mit einem gut eingewachsenen Rasen gleichzusetzen. Das Pflanzenschutzamt Berlin beschreibt für Saatrasen während der etwa halbjährigen Entwicklung zu einer strapazierfähigen Grasnarbe eine optimale Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Die Royal Horticultural Society nennt im Frühjahr gesäten Rasen als Beispiel für eine Fläche, bei der während eines trockenen Sommers Bewässerung erforderlich sein kann.

Für frisch verlegten Rollrasen nennt das Berliner Merkblatt eine optimale Wasserversorgung während der ersten zwei bis drei Wochen als Voraussetzung für ein sicheres Anwachsen. Ein allgemeingültiger Gießrhythmus oder eine Kontrolle unter den Soden wird in den herangezogenen Quellen nicht vorgegeben.

  • Neu angelegte Flächen nicht wie vollständig eingewachsenen Rasen behandeln
  • Saatrasen während seiner Entwicklung bedarfsgerecht mit Wasser versorgen
  • Bei Rollrasen besonders in den ersten zwei bis drei Wochen auf eine ausreichende Wasserversorgung achten
  • Bewässerung an Witterung und Standort anpassen

Reparaturen nach der Trockenphase planen

Nach zurückkehrendem Regen lässt sich erkennen, welche Bereiche wieder austreiben. Bleiben Stellen dünn oder kahl, können diese nachgesät werden. Die Royal Horticultural Society bezeichnet den Herbst nach einem trockenen Sommer als geeignete Zeit für Renovierung und Reparatur.

Das Pflanzenschutzamt Berlin nennt für eine Rasenansaat ausdrücklich die Zeiträume April bis Mai sowie September bis November, sofern der Boden ausreichend erwärmt ist. Verdichtungen und ungünstige Wasserführung sollten als mögliche Ursachen der Schäden berücksichtigt werden: Oberflächennahe Verdichtungen lassen sich gegebenenfalls durch Belüften verbessern, während tiefgründige Verdichtungen weitergehende Bodenmaßnahmen erfordern können.

  • Zunächst die Erholung nach zurückkehrendem Regen beobachten
  • Verbleibende dünne oder kahle Bereiche nachsäen
  • Für Ansaaten die Berliner Zeitfenster April bis Mai oder September bis November beachten
  • Vor Reparaturen auf Verdichtung und ungünstige Wasserführung achten
  • Bei tiefgründigen Bodenproblemen fachlichen Rat erwägen

Quellen und Prüfung

Alle Quellen wurden zuletzt am 14.9.2026 geprüft.

  1. Rasenpflege im Haus- und Kleingarten – Hinweise zur Vermeidung und Beseitigung von SchadursachenPflanzenschutzamt Berlin · abgerufen am 14.9.2026
  2. Lawn Care for Drought ConditionsRoyal Horticultural Society · abgerufen am 14.9.2026